Bewegung für Weißbauchigel

Bewegung ist sehr gesund. Die Muskulatur wird trainiert, die Organe besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Stoffwechsel und Verdauung werden angeregt. Auch wirkt es sich auf die Psyche und auf das Wohlbefinden des Tieres aus.

In der Natur legt ein Igel eine Strecke von 3 bis 5 Kilometern in einer Nacht zurück.

 

Laufrad

Gönnen Sie Ihrem Igel mindestens 2-3 Stunden täglich ein Laufrad.

Wenn er genug hat, hört er entweder von alleine auf, oder er fängt an, sich häufig zu kratzen, was ein Zeichen dafür ist, dass er müde ist und man das Laufrad entfernen muss.

Wenn Ihr Tier das Laufrad nicht gewohnt ist, sollten Sie es anfangs erst einmal 1 Stunde reinstellen und die Zeit langsam steigern.

 

Der Radius des Laufrades soll mit der Länge des Igels übereinstimmen, um eine gute Ergonomie zu gewährleisten. Damit sollte der Durchmesser 2 x die Länge des Igels betragen. Ist Ihr Tier z. B. 20 Zentimeter lang, sollte das Laufrad einen Durchmesser von 40 Zentimeter haben.


Laufteller

Der Vorteil gegenüber dem Laufrad ist, dass kein Kot dem Tier auf den Rücken oder Kopf fallen kann und dass das Tier freie Sicht während des Laufens hat. Leider wird das Tier einseitig belastet, was zu Schäden führt, wie die Grafik unten verdeutlicht.


Bei dem Laufteller wird das Tier einseitig belastet, was durch die unterschiedliche Drehgeschwindigkeitsverteilung auf der Lauffläche sowie auf die einwirkende Fliehkraft zurückzuführen ist, die das Tier durch Muskelkraft und Gewichtsverlagerung ausgleichen muss. Die Schritte im Laufteller innen, müssen kleiner sein, als die Schritte am äußeren Rand, um sich der Drehverteilung anzupassen.


Die Krümmung in der Lauffläche des Laufrades kann das Tier mit den Fußgelenken ausgleichen.


Die seitliche Krümmung im Laufteller jedoch wird über die Wirbelsäule ausgeglichen, wobei noch die Fliehkräfte auszugleichen sind, was zu Schäden in Gelenken und Wirbelsäule führen kann.


Freilauf

Einige Igelhalter verstehen unter Freilauf, dass das Tier in ein Gehege von etwa 1,5 Meter x 1,5 Meter gesetzt wird. In meinen Augen ist das nichts anderes, als der Aufenthalt im Terrarium nur mit etwas mehr Platz.

 

Bei einem Freilauf wird das Tier in einem geschlossen Raum laufen gelassen. Der Boden muss abwaschbar sein, da das Tier höchstwahrscheinlich Kot absetzt. Dabei sollte man darauf achten, dass alle Gegenstände kippsicher sind, und der Fußboden absolut sauber ist. Haare oder Fäden können sich ansonsten um die Füßchen des Tieres wickeln und die Blutversorgung stoppen, was zum Absterben der Gliedmaßen führen kann.

 

Wir stellen beim Freilauf das Rad und die Toilette dazu, weil das Tier sich sonst in eine Ecke verkriecht und höchstenfalls nur langsam und vorsichtig die Umgebung erkundet. Einmal pro Woche darf er den Flur erkunden, während wir sein Terrarium reinigen.